
Denise Rehner (r.) erklärt Elisabeth Braumann das Brückenbauprojekt, das sie mit Kindern der 2. und 3. Klasse durchgeführt hat. (Foto: Michael Baar)
Adelheid Windmöller-Stiftung finanziert erstmals FSJ-Stelle
Schulabschluss in der Tasche, und nun?
Ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) ist für junge Menschen eine Chance, sich über ihren weiteren Bildungsweg klar zu werden, zu unterstützen, wo Bedarf besteht, und gleichzeitig ein wenig Geld zu verdienen. So sieht es auch Denise Rehner, die ihr FSJ an der Grundschule Intrup in Lengerich absolviert. Die Stelle wird durch eine Spende der Adelheid Windmöller-Stiftung finanziert.
Ein bisschen Wehmut kommt schon auf, neigt sich doch für Denise Rehner das Freiwillige Soziale Jahr langsam dem Ende zu. Noch etwas mehr als drei Wochen in der Ferienbetreuung im Offenen Ganztag und dann geht ein spannendes und lehrreiches Jahr für sie zu Ende. „Es war ein schönes Jahr“, sagt sie mit Überzeugung. Nach ihrem Abitur im Juni 2025 hatte sie sich auf die Stelle beworben, um Klarheit über ihren zukünftigen Berufsweg zu gewinnen. „Jetzt weiß ich, dass ich mit Kindern weiterarbeiten möchte, weil es mir gut gefällt“, ist sich Denise Rehner nach den Erfahrungen der letzten Monate sicher, dass sie in den Lernbereich gehen wird. „Vielleicht in den Förderbereich.“
FSJlerinnen sind nahezu unverzichtbar
Für die Grundschulen sind die FSJlerinnen, tatsächlich sind es überwiegend junge Mädchen, nahezu unverzichtbar. So beschreibt es Schulleiterin Katja Schallenberg: „Ob Mathe, Lesen oder Schreiben, sie leisten wertvolle Unterstützung im Unterricht und darüber hinaus.“ Das Angebot der Adelheid Windmöller-Stiftung, eine FSJ-Stelle zu finanzieren, fiel daher auf fruchtbaren Boden. „Ohne die Spende der Stiftung hätten wir diese Stelle vermutlich nicht besetzen können“, berichtet Katja Schallenberg. Schon seit Jahren ist die Stiftung mit verschiedenen Projekten in den Grundschulen aktiv, und daher war dem Vorstand die herausfordernde Situation insbesondere an Schulen mit einem hohen Anteil von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund durchaus bekannt.
Und es ist gut angelegtes Geld. „Letztlich profitieren doch alle Beteiligten von dieser Konstellation“, ist Elisabeth Braumann, geschäftsführender Vorstand der Adelheid Windmöller-Stiftung, überzeugt. „Die Kinder erhalten zusätzliche Unterstützung und Zuwendung gerade am Anfang ihres Schullebens, die FSJlerinnen erfüllen eine sinnvolle Aufgabe, lernen viel für ihr weiteres Leben und reifen als Persönlichkeit und die Lehrkräfte werden entlastet und können sich auf ihre eigentlichen Aufgaben konzentrieren.“
In ihrem FSJ war Denise vormittags in einer ersten Klasse eingesetzt, nachmittags arbeitete sie im offenen Ganztag mit Kindern der zweiten und dritten Klasse, auch an gemeinsamen Projekten, z.B. einem Brückenbau-Projekt. Mit einfachen Holzklötzchen probierten die Kinder verschiedene Konstruktionen und lernten so spielerisch – auch nach dem Prinzip „Versuch und Irrtum“- erste Grundlagen der Statik.
„Es war unser Wunsch, dass Denise mit den Kindern ein Projekt aus dem MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) durchführt“, erzählt Elisabeth Braumann. Hintergrund ist, dass die Stiftung bei Bildungsprojekten einen Schwerpunkt auf diesen für die Zukunft wichtigen Bereich legt, schon in den Grundschulen. Und wer weiß, vielleicht wird durch das Erfolgserlebnis, dass die selbstgebaute Brücke nicht eingestürzt ist, der Keim für den späteren Beruf gelegt.
(Fotos: Denise Rehner)


