
Besuch im Innovation Lab der MKG
Jury fasziniert von der VR- und Drohnentechnik

Mit ihrer Projektidee “Scrum*-Space – Innovationslabor Schule“ überzeugten die Schülerinnen und Schüler der Klassen 6 bis 9 aus dem MINT-Modell-Labor und der Jugend forscht-AG der Maximilian-Kolbe-Gesamtschule im vergangenen Dezember die Jury und gewannen einen der begehrten Schülerpreise für ausgezeichnete MINT-Projekte, die die Adelheid Windmöller-Stiftung alljährlich ausschreibt. Jetzt hatten die Jurymitglieder die einmalige Gelegenheit, sich die Umsetzung der Projektidee bei einem Besuch im Innovation Lab in Saerbeck nicht nur anzusehen, sondern auch selbst auszuprobieren.
Und diese Gelegenheit ließen sich Christian Holterhues, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungs – und -entwicklungsgesellschaft Kreis Steinfurt (WESt), Benjamin Kinski, Ausbilder W&H Academy, Petra Mädel (IHK Nord Westfalen) sowie Elisabeth Braumann und Florian Günther vom Stiftungsvorstand natürlich nicht entgehen. „Das ist doch was ganz anderes als das klapprige Skelett, an dem wir damals lernten, wo das Schlüsselbein ist“, zeigt sich Elisabeth Braumann begeistert, als sie mit der Virtual-Reality-Brille (VR-Brille) auf dem Kopf eben dieses Schlüsselbein auf dem Monitor kurzerhand entfernt und wieder einsetzt. Neben dieser Virtual-Medicine-Anwendung, die für den Biologie-Unterricht gedacht ist, finden sich im schuleigenen Cloud-System IServ noch weitere Apps, z.B. ein virtuelles Chemielabor oder ein Rundgang auf der internationalen Raumstation ISS sowie in Kürze auch eine spezielle App, über die die VR-Brillen für den Unterricht gebucht werden können.
Mindestens ebenso faszinierend wie das Bewegen in virtuellen Welten sind die Möglichkeiten, die die moderne Drohnentechnik bietet, wie die Besucher eindrucksvoll erleben durften. Sei es nun die LiteBee-Minidrohne, die im Klassenzimmer ihre Runden drehte und bereits von Fünftklässlern programmiert werden kann, oder die große Kamera-Drohne, die gestochen scharfe Luftaufnahmen des kompletten Schulgeländes auf den Monitor im Innovation Lab projizierte und deren Anschaffung allein mit 1.000 Euro zu Buche schlug – „es ist schon toll, was ihr hier macht“, bringt es Florian Günther auf den Punkt. Finanziert wurde die Anschaffung der VR- und Drohnentechnik sowie 3D-Drucker durch das Preisgeld in Höhe von 2.500 Euro – eine sinnvolle und nachhaltige Verwendung des Geldes so die einhellige Meinung der Jury.
Forschungsmöglichkeiten, die über den normalen Unterricht hinausgehen
Für Schulleiter Maarten Willenbrink und Lehrerin Esther Kuck ist das „Scrum-Space – Innovationslabor Schule“ ein dauerhaftes schulisches Begabungsförderungsformat, das Schülerinnen und Schülern über den normalen Unterricht hinausgehende Forschungsmöglichkeiten eröffnet. Hier können sie in jahrgangsübergreifenden Teams an interdisziplinären Innovationsprojekten arbeiten, die reale Fragestellungen aus Naturwissenschaften, Technik, Umwelt, Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur aufgreifen. Und das Innovation Lab wird rege genutzt, das bestätigen die Schülerinnen und Schüler und auch Esther Kuck. Eigentlich sei immer jemand da. „Daher sind wir sehr dankbar, dass der von der Adelheid Windmöller-Stiftung ausgeschriebene Wettbewerb unseren Schülerinnen und Schülern eine Plattform bietet, ihre Forschungsideen vor Publikum zu präsentieren“, sind sich Maarten Willenbrink und Esther Kuck einig. „Das Preisgeld gibt uns die finanziellen Möglichkeiten, die digitalen Werkzeuge für das Innovation Lab anzuschaffen.“
Der Besuch im Innovation Lab hat einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Es war eine Freude zu sehen, mit welchem Enthusiasmus und Engagement die Schülerinnen und Schüler an ihren Projekten arbeiten und mit welchem Stolz sie ihre Ergebnisse präsentieren. „ Wir haben heute genau das gesehen, was wir mit unserem Wettbewerb erreichen wollen: Begeisterung für MINT wecken und die Umsetzung von Ideen ermöglichen“, fasst Elisabeth Braumann die Eindrücke zusammen.
* Scrum ist eine agile Projektmanagement-Methode, die vor allem in der Industrie angewandt wird. Statt alles im Vorfeld starr durchzuplanen, arbeiten Teams in kurzen, wiederkehrenden Zyklen (Sprints), um flexibel auf Änderungen zu reagieren.
Fotos: Adelheid Windmöller-Stiftung
Fotos: MKG/Alfred Riese










